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Posts mit dem Label "Lowlight" werden angezeigt.

Shrimps in Cocktailsauce

Ich liebe Brunch! Noch ein Grund mehr, mich auf das Treffen mit Balu zu freuen. Wir hatten beide Recherche betrieben und uns letztendlich auf ein kleines, gemütliches Café im hipsten Viertel der Stadt geeinigt - weil wir beide natürlich auch super hip sind und so. Nachdem wir uns auf Bumble gematcht hatten, hatte es ewig gedauert, ein Treffen zu vereinbaren. Seine Woche war zu voll, hatte er gemeint, aber danach sähe es besser aus. Für mich war das Code für "nicht so richtig interessiert", denn einen Sonntagnachmittag konnte man doch eigentlich immer irgendwie freischaufeln, oder? Zudem schrieb er, dass er Besuch bekam, erwähnte aber zuerst nicht, wer denn da käme. Mein Kopf ergänzte innerlich: "Bestimmt 'ne andere Frau..." und ich war kurz davor, den Bären Bär sein zu lassen, aber irgendwas ließ mich noch einmal die Angel auswerfen.  Es mag der simplen Tatsache geschuldet sein, dass Balu äußerst gut mit meiner, wie er es nannte, rotzig-frechen Art klar zu komme...

Der Junge von der Tanke (pt 2)

 Ich wohnte also zum Übergang beim Tankstellenboy und wir waren komplett verliebt. Liebeskasper, nannte er uns liebevoll. Ich sollte erst viel später erfahren, dass er dieses Wort 1:1 von einer anderen Frau übernommen hatte... Aber das ist eine andere Geschichte, die hier nicht erzählt werden soll. Mein anfängliches "Ich will ja auch gar keine feste Beziehung", wich einem "Ich muss ja nicht unbedingt eine Beziehung haben". Ich arrangierte mich und stellte mich innerlich auch darauf ein, dass unsere Liebe ein Ablaufdatum hatte.  "Aber wenigstens der Somme noch", dachte ich hoffnungsvoll. Hier und da hatte es zwischen uns bereits gerumpelt. Die Tatsache, dass er sein Wort so oft nicht hielt, setzte mir zu. Viel schlimmer, war allerdings das damit verbundene Gaslighting. Es erschien mir eine wundervolle Idee, zusammen Urlaub zu machen, nachdem wir bereits ein Wochenende in Amsterdam unterwegs gewesen waren. Finn fand das auch, wollte seinen nächsten Urlaub ab...

Der Junge von der Tanke

Ich war gerade frisch im Pott gelandet, meine Wohnsituation war - sagen wir mal so - eher suboptimal, aber ich versuchte, das Beste draus zu machen und mich in meiner neuen Stadt einzuleben. Da durfte ein Besuch bei meiner alten Studienfreundin S. nicht fehlen! Leider war ich orientierungstechnisch noch recht planlos, weshalb S. mir angeboten hatte, mich auf dem Weg von ihrer Arbeit nach Hause einzusammeln, damit wir einen gemütlichen Abend zusammen verbringen konnten. Dankbar nahm ich das Angebot an - da ich aber schon losgelaufen war, wollte sie mich unterwegs einsammeln.  Dummerweise stellte sich nach einigen Minuten heraus, dass wir auf unterschiedlichen Straßen unterwegs waren. Dank Standortübermittlung teilte ich S. mit, wo ich war und lief noch ein paar schicksalhafte Schritte weiter, bis ich an einer Kreuzung stand. Da war die Wahrscheinlichkeit immerhin höher, dass sie mich sehen würde, dachte ich so. Ich stand also an der Straßenecke, circa 20 Meter von einer Tankstelle e...

Black Hawk Down

Die Geschichte von Hawk ist wieder so eine, wo man als Außenstehende:r nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen will, um zu rufen: "Bist du denn wahnsinnig? Renn!" Aber fangen wir vorne an. Als es zwischen Hawk und mir matchte, lebte ich noch in Kleinstadt und war wohl bewegungsfaul, anders kann ich mir nicht erklären, warum ich ihn nicht im Pott besuchte, wo er sein Nest hat. Naja. Kam er also zu mir geflogen und ich holte ihn gentlewomen-mäßig am Bahnhof ab.  Hawk war groß, dünn und bärtig. Seine Augen waren fast schwarz und sahen irgendwie verloren aus. Bingo, Tinderbel! Ein verlorener Junge, genau dein Beuteschema. Verdammt! Doch irgendwas rief sogar in mir: Halt! Stopp! In den verlieben wir uns nicht! - aber das heißt ja nicht, dass man ihn nicht retten könnte, oder so? Ich erinnere mich zugegebenermaßen nur verschwommen an das erste Treffen. Wir müssen wohl viel geredet und ein bisschen geknutscht haben. Viel memorabler war allerdings der nächste Tag.  Das Treffen fand...

Wie ich zur Bumble Biene wurde...

 Nutzt ja alles nix. Die letzte große Liebe war mal wieder ein Schuss in den Ofen und während eine wilde Corinna in der Welt wütet und für Social Distancing plädiert, sehe ich mich zurückgeworfen in die Onlinedatingwelt.. OkCupid wurde mir empfohlen. Fand ich auch nicht schlecht, bis mich ein gekränkter Heini gemeldet hat und mein Profil gesperrt wurde.. Danke für die 100 übergriffigen Arschkrampen, die ich zuvor ergebnislos gemeldet hatte. Gleichberechtigung olé und so. Naja, was soll's: Ein Ersatz musste her. Das Logo von Bumble gleicht einer Bienenenwabe und die Plattform unterscheidet sich von anderen darin, dass nur die Frau den Mann anschreiben kann. Was auf dem Papier irgendwie total emanzipatorisch klingt, ist in der Realität vor allem eins: Scheiße.  Super scheiße sogar. Zu diesem Einbahnstraßenverfahren kommt nämlich noch hinzu, dass man nur 24h hat, einem Match zu schreiben, was mich persönlich völlig in Stress versetzt hat, denn nur weil ich gerade Lust habe rumzus...

Wie ich die "Toleranz" verlor...

 "Man kann auch mal ein bisschen toleranter sein!", schrie mir einer meiner Matches noch nach, während ich schon dabei war ihn aufzulösen. Zur Zeit ist mein Matchverschleiß höher als der Umsatz von Mundschutz-Masken (Munschutze? Mundschütze? Mundschutzvorrichtungen?) und ich bin mehr als unzufrieden. Gut, man kann annehmen, dass meine aktuelle negative Grundstimmung nicht gerade dazu beiträgt, dass ich friedfertige Gespräche führe. Dennoch überrascht mich die Respektlosigkeit vieler Datinganwärter doch jedes Mal aufs Neues. Mein Profil hatte ich irgendwann angepasst: Von fröhlich flapsig und unkompliziert, zu gnadenloser Ehrlichkeit: "Ich suche jemanden, der sich für mich als vollständige Person interessiert." Denn das war wirklich, was ich wollte. Sollte das nicht reichen, um ein paar gute Fische an Land zu ziehen? Spoiler.Warnung: Nein. Die Anzahl sexualisierter Begrüßungen auf Tinder ist "too damn high" - verdamm nochmal viel zu hoch! Und für jeden, der...

Serhad und die Waschmachine

Serhad ist keine klassische Tindergeschichte. Serhad ist mehr ein Instagramabenteuer, wenn man so will. Aber zurück zum Anfang: Im letzten Jahr nahm ich an einem Firmenlauf teil - meinem ersten um genau zu sein. Wir wollen nicht weiter auf meine unterirdischen Ergebnisse eingehen und uns dem wirklich wichtigen Thema zuwenden: hübsche Gesichter. Genau so eins erblickte ich nämlich, als ich zwei Tage nach dem Lauf die Fotos auf der offiziellen Seite durchklickte. Auf Platz 3 war ein junger Mann gelandet: Dunkle Haare, dunkle Augen, ein angenehmer Bart und eine Gesichtsform, die meine Knie schlottern ließ. Wow! Wenn ich doch nur herausfinden könnte, wer dieser Mann ist....! Ah! Da stand es ja schon: Serhad F. Direkt unter dem zweiten Foto war sein Name aufgelistet, als einer der Preisträger. Wie praktisch! Und zur Hölle mit Datenschutz! Eine kurze Socialmedia Suche und ich hatte sein Instagramprofil gefunden. In echter Stalkermanier schrieb ich ihn natürlich nicht direkt an, so...

Bob Besitzanspruch

Bob heißt bei mir Bob, weil er mich an Marley erinnert. Er hat Vorfahren aus Jamaica, trägt einen (wenn auch eher kurzen) Afro und liebt neben Reggae auch das Wunderkraut, das auf der gleichnamigen Insel ja durchgehend konsumiert wird, wenn man den Klischees Glauben schenken darf. Bob war nett und geduldig. Und ein Rematch. Im Winter 2018 hatten wir einander zum ersten Mal gematcht. da war ich aber noch im Loch und hatte viel zu viel Angst vor Enttäuschung, als dass ich mich an ein Treffen getraut hätte. Ich hatte mir zwar vorgemacht, da würde schon gehen, aber letzendlich beendete ich den Kontakt relativ unsanft mit der Erklärung, ich sei einfach nicht bereit für eine romantische Beziehung oder den Aufbau einer solchen. Beim Rematch im Juni 2019 wusste ich nicht mehr genau, wie der Kontakt ausgelaufen war. Bob schon. Ich entschuldigte mich und erklärte meine damalige Gefühlslage. Er verstand. Er hatte mich trotz allem wieder gematcht, weil er mich für besonders hielt. Im Somme...

Der Hippie, Teil 2

Du erinnerst dich noch an den Hippie, das Picknick und die Füße? Gut. Dann kann es jetzt ja weitergehen. Das Picknick lag hinter uns. Es waren inzwischen ein paar Wochen vergangen, Rudi und ich schrieben eher ungregelmäßig miteinander, als ich plötzlich eine Einladung auf Facebook von ihm erhielt. Ein 30. Geburtstag im Festivalstil: 3 Tage, 2 Nächte mit Zelten und Lagerfeuer - das klang ja irgendwie ziemlich gut. Mir war natürlich klar, dass ich dort niemanden kennen würde und fragte mich noch, ob Rudi mich aus purer Höflichkeit eingeladen hatte, doch im Einladungstext hieß es: "Egal wie lange wir uns kennen, jeder von euch hatte einen besonderen Einfluss auf mich und ich möchte gern mit euch gemeinsam feiern." (oder so ähnlich) Das enstprach ganz genau meinem Stil. Ich neige auch dazu, jeden Hinz und Kunz einladen zu wollen, der mich mal irgendwann 2 Minuten inspiriert hat und so beschloss ich, der Einladung zu folgen. Es sollte noch einige Wochen dauern bis zu Feier und...

Die Geschichte vom Gartenhäuschen

Ich hatte bereits vom Loch gesprochen. Nun. Die Geschichte vom Gartenhäuschen findet noch etwas tiefer im Loch statt. Ich hatte gerade eine sehr schmerzhafte Beziehung und genauso schmerzhafte Trennung hinter mir. Alles war völlig aus den Fugen geraten und ich fühlte mich, als würde mein Leben mir passieren, wie in einem Film, den ich nur von außen sah. So kam es, dass ich mehr oder weniger fest saß im Haus meines Exfreundes, ohne, dass er selbst da war. (Das klingt jetzt vielleicht nach Hausbesetzung - war es aber nicht. Das zu erklären, würde allerdings den Rahmen dieses Blogs sprengen.) Und wie ich das in Momenten der hilflosen Einsamkeit so zu tun pflege, begab ich mich auf Jacht. Irgendwo auf der Welt musste doch gerade ein Mann sein, der quasi nur darauf wartete, eine verzweifelte Frau von ihrem Elend abzulenken. Ich wohnte zu dem Zeitpunkt in Tilburg, NL. Viel hatte ich von der Stadt, wie bereits erwähnt, nicht kennengelernt, da ich mich kaum aus dem Haus traute. Dennoch ha...

Carlo Coolman & Verständnis-Woman (Teil 2)

Carlo Coolman hatte mich am Haken. Das wäre nicht schlimm gewesen, wenn die ganze Sache nicht selbigen gehabt hätte: Seine Ex. Mir war ziemlich klar, dass diese Frau völlig verrückt war. Das ist eine besondere Gabe von bekloppten Frauen: Wir erkennen unseresgleichen direkt. Carlo wurde dann auch nicht müde zu erwähnen, wir gut sie und ich uns verstehen würden, wären die Umstände nur anders. Trotz unseres total unkomplizierten Treffens, spukte sie bei ihm rum. Und da ich Verständnis-Woman war, hörte ich ihm am Telefon zu, während er mir die Höhen und Tiefer ihrer beider Beziehung schilderte. Mir rollten sich die Zehennägel hoch, als ich die ungesundeste Beziehungsgeschichte der Welt anhörte und ich versuchte ihm klarzumachen, dass diese Kiste in einer Katastrophe enden würde, wenn er nicht direkt den Riegel dicht machte. Aber selbst meinen gutgläubigen Ohren war klar, dass er meinem Rat nicht folgen würde. Gut. Diese Erfahrung würde er selbst machen müssen. Nach über 2 Stunden war...