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Posts

Wie ich die "Toleranz" verlor...

 "Man kann auch mal ein bisschen toleranter sein!", schrie mir einer meiner Matches noch nach, während ich schon dabei war ihn aufzulösen. Zur Zeit ist mein Matchverschleiß höher als der Umsatz von Mundschutz-Masken (Munschutze? Mundschütze? Mundschutzvorrichtungen?) und ich bin mehr als unzufrieden. Gut, man kann annehmen, dass meine aktuelle negative Grundstimmung nicht gerade dazu beiträgt, dass ich friedfertige Gespräche führe. Dennoch überrascht mich die Respektlosigkeit vieler Datinganwärter doch jedes Mal aufs Neues. Mein Profil hatte ich irgendwann angepasst: Von fröhlich flapsig und unkompliziert, zu gnadenloser Ehrlichkeit: "Ich suche jemanden, der sich für mich als vollständige Person interessiert." Denn das war wirklich, was ich wollte. Sollte das nicht reichen, um ein paar gute Fische an Land zu ziehen? Spoiler.Warnung: Nein. Die Anzahl sexualisierter Begrüßungen auf Tinder ist "too damn high" - verdamm nochmal viel zu hoch! Und für jeden, der...

Fortsetzung folgt...

Und dann kam Bastian. Ich hatte ein Date-Marathon-Wochenende geplant. Donnerstag Essen gehen mit Paul, Freitag Karnevalsparty mit Bastian, Samstag Spazieren gehen mit Fabian und Sonntag einen Film gucken mit Benjamin. Das volle Programm. Wenn da nicht einer zwischen ist, der mir gefällt, weiß ich's auch nicht! Donnerstagmorgen meldete sich Paul. Krank geworden, voll verschnupft und zugenäht. Essen gehen musste ausfallen, weil Knutschen mit Schnottnase unschön ist. Wenn Sie sich jetzt als Leser fragen, was Essen gehen und Knutschen gemeinsam haben, dann waren Sie wohl noch nie auf einem Tinderdate. Und das ist okay. Kein Grund zur Scham. Donnerstag blieb ich also allein daheim und erwartete mit Freuden den Freitag. Er kam. Sowohl der Freitag, als auch Bastian, wobei mich Letzteres mehr überraschte. Ich hatte Bastian spontan auf eine semi-private Karnevalsparty eingeladen im Büro meiner Cousine. Der Plan war, zusammen mit ein paar Freunden hinzugehen, und da meine Cousine ...

Serhad und die Waschmachine

Serhad ist keine klassische Tindergeschichte. Serhad ist mehr ein Instagramabenteuer, wenn man so will. Aber zurück zum Anfang: Im letzten Jahr nahm ich an einem Firmenlauf teil - meinem ersten um genau zu sein. Wir wollen nicht weiter auf meine unterirdischen Ergebnisse eingehen und uns dem wirklich wichtigen Thema zuwenden: hübsche Gesichter. Genau so eins erblickte ich nämlich, als ich zwei Tage nach dem Lauf die Fotos auf der offiziellen Seite durchklickte. Auf Platz 3 war ein junger Mann gelandet: Dunkle Haare, dunkle Augen, ein angenehmer Bart und eine Gesichtsform, die meine Knie schlottern ließ. Wow! Wenn ich doch nur herausfinden könnte, wer dieser Mann ist....! Ah! Da stand es ja schon: Serhad F. Direkt unter dem zweiten Foto war sein Name aufgelistet, als einer der Preisträger. Wie praktisch! Und zur Hölle mit Datenschutz! Eine kurze Socialmedia Suche und ich hatte sein Instagramprofil gefunden. In echter Stalkermanier schrieb ich ihn natürlich nicht direkt an, so...

Ein Gastbeitrag: Lara Lügenbaronin

Der folgende Post ist ein Gastbeitrag von C., heute 30 Jahre alt, männlich. "Tjaaaa, wo fange ich an. Mit großer Freude hatte ich die Dategeschichten einer gewissen Tinderbel verfolgt, der zufällig dieser Blog gehört. Auf meiner vor Lob überquellende Nachricht, wie sehr mir diese doch zusagten und in der ihr auch mitteilte, dass ich ebenfalls so einige Erfahrungen mit diesem wunderbaren neuem Medium Flirtapp gesammelt hatte, meinte sie: Schreib doch mal 'n Gastbeitrag, wenn du magst.  Daran sitze ich nun, habe mich aber noch gar nicht entschlossen welche meiner Geschichten sich dafür am besten eignet und ob es überhaupt mehr als eine wird. Egal, ich fange einfach ganz vorne an.Vor fünf Jahren. Nach dem sehr plötzlichen Ende einer zweijährigen Beziehung stand ich da in meiner neuen Wohnung, die wir uns gemeinsam ausgesucht hatten, die wir gemeinsam möbliert hatten und war gegen alle Erwartungen nun doch der einzige neue Bewohner. Nach den Tränen und dem Trübsal, die ...

Bob Besitzanspruch

Bob heißt bei mir Bob, weil er mich an Marley erinnert. Er hat Vorfahren aus Jamaica, trägt einen (wenn auch eher kurzen) Afro und liebt neben Reggae auch das Wunderkraut, das auf der gleichnamigen Insel ja durchgehend konsumiert wird, wenn man den Klischees Glauben schenken darf. Bob war nett und geduldig. Und ein Rematch. Im Winter 2018 hatten wir einander zum ersten Mal gematcht. da war ich aber noch im Loch und hatte viel zu viel Angst vor Enttäuschung, als dass ich mich an ein Treffen getraut hätte. Ich hatte mir zwar vorgemacht, da würde schon gehen, aber letzendlich beendete ich den Kontakt relativ unsanft mit der Erklärung, ich sei einfach nicht bereit für eine romantische Beziehung oder den Aufbau einer solchen. Beim Rematch im Juni 2019 wusste ich nicht mehr genau, wie der Kontakt ausgelaufen war. Bob schon. Ich entschuldigte mich und erklärte meine damalige Gefühlslage. Er verstand. Er hatte mich trotz allem wieder gematcht, weil er mich für besonders hielt. Im Somme...

Lausbub & Lagerfeuer

Daniel aka Dan ließ mich mit Rätseln und Lagerfeuererinnerungen im Kopf zurück.Was genau hatte ich dieses Mal falsch gemacht? Aber zurück auf Anfang: Daniel, Anfang 40, schickte mir schon auf Tinder einige Kostproben seiner Songs. Meistens finde ich sowas eher unangenehm, da ich - wiederum meistens - alles mies finde, was mir andere Tinderianer so zuschicken. das liegt nicht unbedingt daran, dass sie alle untalentierte Musikhörste sind, sondern ist häufig der Tatsache geschuldet, dass ich musikalisch eher intolerant bin: Ich mag eigentlich nur akustische Musik. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber die Chance, dass mir ein Lied im Bereich Minimal oder Goa gefällt, ist gleich null. Daniels Musik war anders. Eher deutscher Oldschool Hip Hop a la Blumentopf. Das gefiel mir sogar! Er erzählte mir, er müsse die Kids gerade wegbringen. Kids? Hatte er das schon erwähnt? Vorsichtshalber fragte ich diplomatisch: "Wie viele Kinder hast du denn eigentlich?" "Habe 2 Kids,...

Der Kiffer & das Malzbier

Ich war begeistert von Tobis Fotos! Mittelbraune Haare, leicht lockig, tolle Augen, schöne Gesichtsform, Bart (sehr wichtig!) und ein keckes Lächeln. Wir matchten uns im Juni. Er war herrlich gestört und schaffte es, mit seiner sehr unkonventionellen Art, mich ziemlich um den Finger zu wickeln. Obwohl er sehr früh im Gespräch sagte, er wäre ein Mensch, der nicht bei vielen gut ankommt, war ich am Haken. Oder vielleicht gerade deswegen. Ich war entschlossen, nicht zur Mehrheit zu gehören: Ich würde ihn mögen! Menschenrettende Heldin, die ich war! (Auf Dauer wird es vielleicht Zeit, dieses Menschenrettenmotiv zu hinterfragen und noch viel wichtiger: hinter mir zu lassen... Oh je...) Trotz meiner starken Telefonierangst, betrieben wir 4 Tage lang jeden Abend Videotelefonie. Im bewegten Bild war er sogar noch süßer, als auf den Fotos! Und er war unglaublich schräg und brachte mich in einer Tour zum Lachen. Gutes Zeichen, oder? Die schlechten Zeichen, wie: "Ich bin gerade arbeit...