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Posts

Ein Gastbeitrag: Lara Lügenbaronin

Der folgende Post ist ein Gastbeitrag von C., heute 30 Jahre alt, männlich. "Tjaaaa, wo fange ich an. Mit großer Freude hatte ich die Dategeschichten einer gewissen Tinderbel verfolgt, der zufällig dieser Blog gehört. Auf meiner vor Lob überquellende Nachricht, wie sehr mir diese doch zusagten und in der ihr auch mitteilte, dass ich ebenfalls so einige Erfahrungen mit diesem wunderbaren neuem Medium Flirtapp gesammelt hatte, meinte sie: Schreib doch mal 'n Gastbeitrag, wenn du magst.  Daran sitze ich nun, habe mich aber noch gar nicht entschlossen welche meiner Geschichten sich dafür am besten eignet und ob es überhaupt mehr als eine wird. Egal, ich fange einfach ganz vorne an.Vor fünf Jahren. Nach dem sehr plötzlichen Ende einer zweijährigen Beziehung stand ich da in meiner neuen Wohnung, die wir uns gemeinsam ausgesucht hatten, die wir gemeinsam möbliert hatten und war gegen alle Erwartungen nun doch der einzige neue Bewohner. Nach den Tränen und dem Trübsal, die ...

Bob Besitzanspruch

Bob heißt bei mir Bob, weil er mich an Marley erinnert. Er hat Vorfahren aus Jamaica, trägt einen (wenn auch eher kurzen) Afro und liebt neben Reggae auch das Wunderkraut, das auf der gleichnamigen Insel ja durchgehend konsumiert wird, wenn man den Klischees Glauben schenken darf. Bob war nett und geduldig. Und ein Rematch. Im Winter 2018 hatten wir einander zum ersten Mal gematcht. da war ich aber noch im Loch und hatte viel zu viel Angst vor Enttäuschung, als dass ich mich an ein Treffen getraut hätte. Ich hatte mir zwar vorgemacht, da würde schon gehen, aber letzendlich beendete ich den Kontakt relativ unsanft mit der Erklärung, ich sei einfach nicht bereit für eine romantische Beziehung oder den Aufbau einer solchen. Beim Rematch im Juni 2019 wusste ich nicht mehr genau, wie der Kontakt ausgelaufen war. Bob schon. Ich entschuldigte mich und erklärte meine damalige Gefühlslage. Er verstand. Er hatte mich trotz allem wieder gematcht, weil er mich für besonders hielt. Im Somme...

Lausbub & Lagerfeuer

Daniel aka Dan ließ mich mit Rätseln und Lagerfeuererinnerungen im Kopf zurück.Was genau hatte ich dieses Mal falsch gemacht? Aber zurück auf Anfang: Daniel, Anfang 40, schickte mir schon auf Tinder einige Kostproben seiner Songs. Meistens finde ich sowas eher unangenehm, da ich - wiederum meistens - alles mies finde, was mir andere Tinderianer so zuschicken. das liegt nicht unbedingt daran, dass sie alle untalentierte Musikhörste sind, sondern ist häufig der Tatsache geschuldet, dass ich musikalisch eher intolerant bin: Ich mag eigentlich nur akustische Musik. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber die Chance, dass mir ein Lied im Bereich Minimal oder Goa gefällt, ist gleich null. Daniels Musik war anders. Eher deutscher Oldschool Hip Hop a la Blumentopf. Das gefiel mir sogar! Er erzählte mir, er müsse die Kids gerade wegbringen. Kids? Hatte er das schon erwähnt? Vorsichtshalber fragte ich diplomatisch: "Wie viele Kinder hast du denn eigentlich?" "Habe 2 Kids,...

Der Kiffer & das Malzbier

Ich war begeistert von Tobis Fotos! Mittelbraune Haare, leicht lockig, tolle Augen, schöne Gesichtsform, Bart (sehr wichtig!) und ein keckes Lächeln. Wir matchten uns im Juni. Er war herrlich gestört und schaffte es, mit seiner sehr unkonventionellen Art, mich ziemlich um den Finger zu wickeln. Obwohl er sehr früh im Gespräch sagte, er wäre ein Mensch, der nicht bei vielen gut ankommt, war ich am Haken. Oder vielleicht gerade deswegen. Ich war entschlossen, nicht zur Mehrheit zu gehören: Ich würde ihn mögen! Menschenrettende Heldin, die ich war! (Auf Dauer wird es vielleicht Zeit, dieses Menschenrettenmotiv zu hinterfragen und noch viel wichtiger: hinter mir zu lassen... Oh je...) Trotz meiner starken Telefonierangst, betrieben wir 4 Tage lang jeden Abend Videotelefonie. Im bewegten Bild war er sogar noch süßer, als auf den Fotos! Und er war unglaublich schräg und brachte mich in einer Tour zum Lachen. Gutes Zeichen, oder? Die schlechten Zeichen, wie: "Ich bin gerade arbeit...

Der Hippie, Teil 2

Du erinnerst dich noch an den Hippie, das Picknick und die Füße? Gut. Dann kann es jetzt ja weitergehen. Das Picknick lag hinter uns. Es waren inzwischen ein paar Wochen vergangen, Rudi und ich schrieben eher ungregelmäßig miteinander, als ich plötzlich eine Einladung auf Facebook von ihm erhielt. Ein 30. Geburtstag im Festivalstil: 3 Tage, 2 Nächte mit Zelten und Lagerfeuer - das klang ja irgendwie ziemlich gut. Mir war natürlich klar, dass ich dort niemanden kennen würde und fragte mich noch, ob Rudi mich aus purer Höflichkeit eingeladen hatte, doch im Einladungstext hieß es: "Egal wie lange wir uns kennen, jeder von euch hatte einen besonderen Einfluss auf mich und ich möchte gern mit euch gemeinsam feiern." (oder so ähnlich) Das enstprach ganz genau meinem Stil. Ich neige auch dazu, jeden Hinz und Kunz einladen zu wollen, der mich mal irgendwann 2 Minuten inspiriert hat und so beschloss ich, der Einladung zu folgen. Es sollte noch einige Wochen dauern bis zu Feier und...

Die Geschichte vom Gartenhäuschen

Ich hatte bereits vom Loch gesprochen. Nun. Die Geschichte vom Gartenhäuschen findet noch etwas tiefer im Loch statt. Ich hatte gerade eine sehr schmerzhafte Beziehung und genauso schmerzhafte Trennung hinter mir. Alles war völlig aus den Fugen geraten und ich fühlte mich, als würde mein Leben mir passieren, wie in einem Film, den ich nur von außen sah. So kam es, dass ich mehr oder weniger fest saß im Haus meines Exfreundes, ohne, dass er selbst da war. (Das klingt jetzt vielleicht nach Hausbesetzung - war es aber nicht. Das zu erklären, würde allerdings den Rahmen dieses Blogs sprengen.) Und wie ich das in Momenten der hilflosen Einsamkeit so zu tun pflege, begab ich mich auf Jacht. Irgendwo auf der Welt musste doch gerade ein Mann sein, der quasi nur darauf wartete, eine verzweifelte Frau von ihrem Elend abzulenken. Ich wohnte zu dem Zeitpunkt in Tilburg, NL. Viel hatte ich von der Stadt, wie bereits erwähnt, nicht kennengelernt, da ich mich kaum aus dem Haus traute. Dennoch ha...